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Damm am Schafweiher

Vereinsgeschichte

Mit 55 Jahren ist der Verein der Sportfischer Kaiserslautern noch eine relativ junge Anglergemeinschaft. Trotz dieser Tatsache, kann er auf eine sehr wechselhafte Geschichte zurückblicken, geprägt von vielen Erfolgen aber mehr noch von Rückschlägen und Enttäuschungen.

Das der Verein all die gefährlichen Klippen umschifft hat und heute mit nahezu 220 Mitgliedern einen festen Platz in der Stadt Kaiserslautern einnimmt, eine reiche Auswahl Naturbelassener Gewässer sowie eine gesunde Finanzbasis aufweist, ist vor allem ein Verdienst der wenigen Idealisten, die während der vorausgegangenen 55 Jahre die Geschichte des Vereins bestimmt haben.

Doch nun zurück zu den Ursprüngen unseres Angelsportvereins.
Es mag seltsam erscheinen, dass in der Stadt mit dem Hecht im Wappen sich die Jünger Petris erst so spät organisierten.
Natürlich schwangen bereits seit eh und je viele Lauterer Mitbürger am Blechhammer, Vogelwoog- und Walzweiher ihre Ruten, wobei sie jedoch für die Ausübung der Fischwaid auf das Entgegenkommen der jeweiligen Gewässerbesitzer angewiesen waren und Fragen zu Geräten oder Fangmethoden am Stammtisch diskutieren mussten.

1. Vorsitzender Kurt Hartmann bei der 10 Jahre FeierUm die unbefriedigende Situation zu beseitigen, entschlossen sich Kurt Hartmann sowie Arthur Müller zur Gründung eines Angelsportvereins.

Auf ihre Einladung hin erschienen am 15. März 1961 in der Gaststätte "Bürgerstuben" 21 passionierte Fischer zur Gründungsversammlung, in welcher die Vereinssatzung statuiert und dem Landesfischereiverband Pfalz e.V. beigetreten wurde. 

Aufgrund der Initiative das 1. Vorsitzenden Hartmann konnten die Mitglieder schon bald am eigenen Pachtgewässer ihrer Passion frönen. Der im Zuge des Autobahnbaus entstandene Hirtenhausweiher wurde mit viel Engagement und Arbeitsleistung zu einem idyllischen Fischwasser hergerichtet.

Der neugegründete Angelsportverein spürte bereits im ersten Jahr einen außerordentlichen guten Zulauf, zum 31.12.1961 war die Mitgliederzahl auf 59 Personen angestiegen. Diese Entwicklung veranlasste die Vorstandschaft ab 01.01.1962 mit dem "Großen Einsiedlerhöferweiher" und ab 01.03.1962 mit dem "Walzweiher" zwei weitere interessante Gewässer langfristig anzupachten. Das trotz der bescheidenen Aufnahmegebühr von ursprünglich 30 DM sowie dem geringen Monatsbeitrag von 3 DM diese Expansion möglich war, ist dem überdurchschnittlichen Einsatz der Gründungsmitgliedern zu verdanken, die durch Ideenreichtum und Organisationstalent stets das Unmögliche möglich machten.

So wurde z.B. der Fischbesatz, der Kauf von Düngern und ähnliches durch den Inhalt eines Hutes finanziert, in welchen die Mitglieder bei ihren monatlichen Versammlungen stets eine kleine Spende legten. Auch der Kauf von Anfüttermaterial war zu Gründerzeiten noch keine Frage, vielmehr stellten z.B. zwei Sportfreunde zum ersten Anfischen je einen Zentner Weizen zur Verfügung.

Auf welchem schmalen finanziellen Grad sich damals der Verein bewegte, zeigt auch die Tatsache, dass der Kassenbestand zum Jahresende 1961 nicht viel größer war als der Inhalt eines manchen Geldbeutels heutzutage. 

Schilf schneiden am Einsiedlerweiher

In dem Bestreben, möglichst vielen Menschen Stätten der Erholung zu schaffen, zur Erhaltung natürlicher Landschaft beizutragen und die heimischen Fischbestände zu erhalten bzw. zu mehren, hatten sich den Verantwortlichen mannigfaltige Schwierigkeiten in den Weg gestellt. Bereits im Gründungsjahr gingen, trotz vorheriger Wasseruntersuchungen durch ein Fachinstitut, wegen hohen Säuregehaltes die ersten eingesetzten Karpfen am Einsiedlerhof ein. Starke Dünnung und Kalkung waren zur Verbesserung der Wasserqualität erforderlich.

In den Jahren 1963 und 1964 waren die Einsiedlerhöferweiher dadurch gefährdet, dass trotz ständig sinkendem Grundwasserspiegel ein Landwirt als Hauptangrenzer ohne Absprache große Wassermengen aus dem Weiher auf die Äcker pumpte. Viel Laich und Brut ging verloren und es entstanden über große Flächen undurchdringliche Schilfbestände, deren Beseitigung zur Abwendung der völligen Verlandung mit hohen Kosten verbunden war. 

Nachdem die Gewässerprobleme einer Lösung zugeführt worden waren, konzentrierte sich die Vereinsarbeit in den folgenden Jahren vorwiegend auf die Ausbildung der Mitglieder in der Fisch-, Gewässer- und Gerätekunde.

Aus der Kenntnis heraus, dass nur der Angler eine Existenzberechtigung hat, der über ein umfangreiches Wissen hinsichtlich Hege, Pflege und Bewirtschaftung von Gewässern verfügt sowie die Kreatur Fisch waidgerecht zu behandeln weiß, absolvierten im Sommer 1964 die ersten 67 Mitglieder ihre (damals noch freiwillige) Sportfischerprüfung. 

Auch die Heranführung von Jugendlichen an Fischerei und Naturschutz wurde von Anfang an großgeschrieben. Bereits 1962 erfolgt die Gründung der ersten Jugendgruppe. 

Schon immer fühlten sich die Lauterer Angler zu dem idyllisch gelegenen Blechhammerweiher hingezogen. Dies dokumentiert auch die Tatsache, dass bereits vor Vereinsgründung zahlreich spätere Gründungsmitglieder unter dem Vorsitz von Adolf Pröser und Hans Appel als Interessengemeinschaft dieses Gewässers bewirtschafteten.

Am BlechhammerIm Jahre 1963 ergab sich nun die Möglichkeit, dieses Wunschgewässer anzupachten. Der Blechhammer war jedoch von Anfang an mit der Hypothek belastet, dass ihn der Verein nur in Verbindung mit der dazugehörigen Gaststätte bekommen konnte. Letztere wiederum war in einem solch schlechten baulichen Zustand, dass man gezwungen war, mit Hilfe von Mitgliederdarlehen und erheblicher Eigenleistung eine Renovierung für Rund 35.000 DM vorzunehmen. Die Gastwirtschaft diente fortan als ständiger Treffpunkt und ideales Versammlungslokal für die Mitglieder, brachte jedoch auch andererseits aufgrund unvorhergesehener Entwicklung weitere Probleme für die Führung des Vereins. 1 1/2 Jahre nach der Eröffnung der Gaststätte, als sich langsam die ersten wirtschaftlichen Erfolge abzuzeichnen begannen, wurde der Bau des Opelkanals in Angriff genommen. Hierdurch wurden dem Landschaftsschutzgebiet Blechhammer schwere Wunden geschlagen, aber auch der Verein musste Verluste hinnehmen, da während der Bauzeit dieses Gebiet als Spazier- und Erholungsraum praktisch ausfiel und damit auch die Gaststätte nicht frequentiert wurde. Ständig wechselnde Pächter waren die Folge.

Kalkboot am BlechhammerNachdem sich die Angler bereits seit zwei Jahren am Blechhammer etabliert hatten, ging ein langersehnter Wunsch in Erfüllung. 1966 wurde mit dem damaligen Eissportverein ein Vertrag über die Nutzung des benachbarten, jahrelang brachgelegenen Eislaufweihers als Fischzuchtanlage abgeschlossen. Einerseits konnte hierdurch dem Verein ein beachtlicher Teil der jährlichen Besatzlast abgenommen werden, andererseits waren jedoch auch hier für die Säuberung des stark verkrauteten Weihers beträchtliche Arbeitsleitungen erforderlich. 

Fischen am Einsiedler WeiherDie Jahre 1969 und 1970 standen ganz im Zeichen grundlegender Änderungen der Eigentumsverhältnisse an den Gewässern. So wurden 1969 die Pachtverträge für den Hirtenhaus- und den Autobahnweiher gekündigt. Beide Fischwasser fielen bald danach im Zuge der Einbeziehung des Bruches in das städtischen Industriegebietes der Planierraupe zum Opfer. Der damals ebenfalls drohende Verlust des Großen Einsiedlerhöferweihers konnte nur durch das umsichtige Handeln der Vorsitzenden Hartmann und Appelshäuser vermieden werden, welche bereits vor Vertragsablauf mit dem Eigentümer über eine Pachtverlängerung Einigung erzielen konnten. 

Auch über den Blechhammer schwebte bereits 1970 das Damoklesschwert in Form von vorzeitiger Kündigung des Pachtvertrages. Nur der Tatsache, dass der Verein konsequent auf Einhaltung des Vertrages bestand und zur Abwendung einer 1971 ausgesprochenen Räumungsklage sogar Anwälte und Gerichte bemühte, war es zu verdanken, dass dieses Gewässer den Sportfischern vorläufig noch erhalten blieb.

Uferbefestigung am SchafweiherAufgrund der zuvor geschilderten bedrohlichen Entwicklung bemühte sich der Verein um den Erwerb eigener Gewässer. Im Jahre 1970 konnten die in einem idyllischen Waldtal bei Enkenbach-Alsenborn gelegenen Bad- und Schafweiher sowie ein dazugehöriger Zuchtweiher erworben werden. Zur Sicherstellung der Finanzierung musste damals je Mitglied eine einmalige Umlage in Höhe von 350 DM aufgebracht werden. 

Zur Erweiterung des Gewässerangebotes pachtete der Verein ab April 1974 den kleinen Forellenweiher am Daubornerhof, welcher jedoch bereits 1979 aufgrund verschiedener Bewirtschaftungsprobleme wieder aufgegeben wurde. 
Baggerarbeiten am Schafweiher

Die eigenen Gewässer in Enkenbach standen zunächst unter keinem guten Stern. Bereits wenige Jahre nach dem Erwerb waren Fischsterben und eine starke Verschlechterung der Wasserqualität durch Einleitung von Schadstoffen zu beklagen. Die Vereinsführung sah sich deshalb 1974 dazu gezwungen, Badweiher und Schafweiher abzulassen und bereits nach kurzer Zeit wurde aus dem früheren Angelparadies ein Urwald aus Schilf und Gras. In einem langwierigen und nervenzehrenden Rechtsstreit gegen die Verursacher der Gewässerverschmutzung konnte schließlich der Anspruch auf Schadensersatz durchgesetzt werden. Es dauerte rund 10 Jahre und viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder bis schließlich am 22. Mai 1984 die Enkenbacher Vereinsgewässer wieder eingeweiht werden konnten.

Im Jahre 1978 wechselte der Blechhammerweiher den Besitzer, was für die Sportfischer, deren Pachtvertrag 1977 ausgelaufen war, fatale Folgen hatte. Der neue Eigentümer forderte den Verein auf, jedes Befischen der Weiher sofort zu unterlassen und die bisher genutzten Räumlichkeiten zurückzugeben. Nach langwierigen Verhandlungen – zum Teil über Rechtsanwälte – konnte zumindest ein einjähriger Pachtvertrag geschlossen werden, der einen „geordneten Rückzug“ ermöglichte. 
Ausbringen der Pumpe am SchafweiherDurch starke Bemühungen seitens der Sportfischer konnte der zwischenzeitlich in das Eigentum der Stadt Kaiserslautern übergegangene Blechhammerweiher ab 01.07.1984 erneut angepachtet werden. Als Folge dieser Maßnahme sowie der Wiederherstellung der Enkenbacher Weiher erlebte der Verein einen enormen Zuwachs bei der Mitgliederzahl. So konnte 1999 ein Höchststand von 314 Mitgliedern verzeichnet werden. im Juli 2001 feierte der Verein im Rahmen der Gartenschau sein 40-jähriges Bestehen.

 

Das Vereinsleben lief in den darauf folgenden zwei Jahrzehnten in relativ ruhigen Bahnen. Zwar mussten regelmäßig in Enkenbach größere Reparatur- und Abdichtungsarbeiten an den Dämmen, Uferbefestigungen und sonstige Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden, doch blieb ansonsten das Anglerleben relativ ungetrübt. Einen Einschnitt gab es aber dann wieder zum Jahresende 2012 als der Pachtvertrag für den Walzweiher auslief und der Eigentümer nicht bereit war, das seit 40 Jahren von den Sportfischern bewirtschaftete Gewässer unserem Verein weiter zur Nutzung zu überlassen. Damit fiel für zahlreiche Mitglieder aus dem westlichen Landkreis Kaiserslautern ihr früheres Hausgewässer weg.

Um den Service für die Mitglieder zu verbessern wurde 1994 eine eigene Geschäftsstelle eingerichtet. Anfangs in Miete am Kolpingplatz bzw. später im Hilgardring konnte dann 2013 aus einer Zwangsversteigerung heraus schließlich die jetzige Geschäftsstelle in der Friedenstraße 62 günstig erworben werden. Sie dient heute als Anlaufpunkt für alle Mitglieder, Veranstaltungsort, Ausgabestellen für Gastkarten, Anglerflohmarkt und vieles weitere mehr.

In den vergangenen 30 Jahren, d.h. mehr als der Hälfte des Vereinslebens wurden die Sportfischer Kaiserslautern e.V. vom 1. Vorsitzenden Dieter Herzhauser erfolgreich geführt. Dieser übernahm sein Amt in einer ganz schwierigen Situation und leitete den Verein mit seiner freundlichen, engagierten und kompetenten Art vorbei an allen Untiefen und Klippen bis heute. Ihm und seinen zahlreichen Vorstandskollegen gilt ein besonderer Dank für ihr ehrenamtliches Engagement. Aber auch die zahlreichen Mitglieder, die ohne Amt in den vergangenen Jahrzehnten durch ihre über das normale Maß hinausgehende Arbeitsleistung zum Erfolg und Fortbestehen des Vereins beigetragen haben müssen an dieser Stelle Erwähnung finden.

Bereits lange bevor das Thema Umweltschutz in unserer Gesellschaft „in“ war, kämpften Angler schon für die Erhaltung der Natur. Säuberungsaktionen von Wald und Gewässern, Schaffung von Laich- und Ruhezonen, Pflanzungen von Schilf und Sträuchern, Wiedereinbürgerung ausgestorbener Fischarten usw. sind nur einige Beispiele hierfür. Ohne das Engagement der Petrijünger wären heute bereits viele Bäche tot, viele Seen verwaist.


Vorstandschaften im Gründungsjahr

1. Vorsitzender

Kurt Hartmann

2. Vorsitzender

Artur Müller

Kassierer

Günther Jakob

Schriftführer

Kurt Appelshäuser

Gewässerwart

Heinrich Struck

Sportwart

Hans Appel

Jugendwart

Kurt Enders

Buchprüfer

Franz Schöfer / Günther Stucker

Beisitzer

Julius Bötel / Theodor Mertel

 

Vereinsvorsitzende ab 1961

1961-1974

Kurt Hartmann

1974-1975

Gerd Wagner

1975-1976

Ernst Wilhelm

1976-1982

Franz Süß

1982-1986

Gerhard Haak

1986-Heute

Dieter Herzhauser

 

Weitere Bilder

 

Fischbesatz in Enkenbach

Fischbesatz in Enkenbach

Fischbesatz in Enkenbach

Fischen am Schafweiher

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